Samstag, 20. Mai 2017

Vorschau Juni

Das Konzert am 11. Juni wird wieder gemeinsam mit "Telemania" gestaltet. Wenn dann Les Seraphines auftreten, wird auch der "Telemania"-Organisator, Marco Reiß, auf der Freie-Klänge-Bühne stehen.
Bettina Hartl – Bandoneon, Klavier, keltische Harfe und Gesang
Romy Nagy – Violoncello, Tanpura und Gesang
Marco Reiß – Violine
Manfred Preis – Klarinette und Bassklarinette
Andreas Pasemann – Orgel, Truhenorgel und keltische Harfe

Das Ensemble Les Seraphines wurde im Frühjahr 2012 von der Komponistin und Musikerin Bettina Hartl  gegründet. In seinem Programm 'Zwischen Okzident und Orient' verbindet das Quintett mit den Instrumenten Violine, Violoncello, Klarinette, Bassklarinette, Bandoneon, Truhenorgel, Klavier, keltischen Harfen, indischer Tanpura und Gesangsstimmen Kompositionen von Bettina Hartl, die sowohl durch die Epoche des Frühbarock als auch durch persische und indische Sufi-Musik geprägt sind und zudem keltische Elemente aufweisen. Dazu kombiniert es neuartige Arrangements alter barocker Meister sowie eigene Improvisationen.

Alle Ensemblemitglieder kommen ursprünglich aus dem klassischen Musikbereich. Einige von ihnen spielen bei den Berliner Philharmonikern, der Magdeburgischen Philharmonie und dem Kammerorchester Berlin. Neben ihrer Orchester - und Kammermusiktätigkeit ist es die Beschäftigung mit der Mystik verschiedener Kulturen, aus der sie die Inspiration für ihre Improvisationen und Interpretationen gewinnen. Die Neugier auf musikalische Experimente und Verbindungen unterschiedlicher Musikansätze hat sie in diesem Projekt zusammengeführt.

Les Seraphines singt in den Sprachen Persisch, Sanskrit, Keltisch, Latein, Italienisch, Spanisch, Englisch und in Phantasiesprache. In der Fusionierung westlicher und östlicher Musikeinflüsse erforschen die Musiker deren unterschiedliche Wirkungsweisen. Die Freiheit, die sich am Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert sowohl in der westeuropäischen als auch in der persisch- nordindischen Musik heraushören lässt, greift Les Seraphines wieder auf und lässt sich von der belebenden Virtuosität und dem Improvisationspotential beider Strömungen inspirieren.

In der Verbindung von Orientalischem und Okzidentalischem sieht das Ensemble vor dem Hintergrund eines bewussten Miteinander die Möglichkeit eines Weges zu einer ganzheitlicheren, weltoffeneren Musik.

Bereits das Konzert im Mai war nahezu restlos ausverkauft – es wird empfohlen, Karten bereits im Vorverkauf zu erwerben: im Orga-Büro in der Festung Mark (Mo.-Fr.: 10 – 12 Uhr & 13 – 16 Uhr), an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder rund um die Uhr und bequem von zu Hause direkt hier online.

Sonntag, 14. Mai 2017

Caterina Lichtenberg und Mike Marshall

Heute waren  Caterina Lichtenberg und Mike Marshall bei den Freien Klängen zu hören.


Caterina Lichtenberg und Mike Marshall nahmen das Magdeburger Publikum durch eine  musikalische Weltreise, eine "tour of the mandolin around the world", wie der auf  eine sehr charmante Weise in seiner Muttersprache moderierende Mike Marshall sagte. Den Anfang machte ein Stück des brasilianischen Mandolinisten Jacob do Bandolim. Mit ''the tricki devil'' erwies sich die Mandoline gleich als das "lustige" Volksinstrument, das nicht ohne Grund so weite Verbreitung fand. Die Doppelseiten sorgen für einen kräftigen Klang, die Finger der beiden Musiker flitzen nur so darüber. Danach ging es in Mike Marshalls Heimat Nordamerika, wo er das lautmalerische Stück ''Cat got the mouse'' angesiedelt hat. Ein musikalischer Spaß mit verteilten Rollen ("Caterina spielt die Mäuse" sagte er). Und in ihrem schnellen Pizzicato mag man wirklich die flinken Mäusefüße trappeln hören.

Danach wechselten beide Musiker in die klassische Musik, zu Vivaldi, Telemann und Bach. "Vivaldi schrieb einige Stücke auch direkt für die Mandoline", erläuterte Catrina Lichtenberg, "und bei anderen Stücken haben wir den Vorteil, daß die Mandoline genau wie eine Violine gestimmt ist, man kann also auf der Mandoline die Geigenstücke unverändert spielen". Zu hören war das bei einer dreisätzigen Sonate von Vivaldi. Lichtenberg und Marshall lassen alte Musiktradiotionen lebendig werden, im zweiten Satz begeistern sie durch die kristallklaren Töne mit akkuratem Anschlag.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Vorschau Mai

Am Sonntag dem 14. Mai werden Caterina Lichtenberg und Mike Marshall bei den Freien Klängen zu hören sein – ab 18 Uhr auf der Bühne der Kulturwerkstatt. Zuvor gibt es bereits ab 17 Uhr im "Stübchen" Telemania-Coffee.


Das Konzert verspricht diesmal ein Cross-Over-Programm zu werden. Caterina Lichtenberg und Mike Marshall spielen klassische und moderne Mandoline. Barocke Klängen von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi treffen auf Jazz, Folk und Pop, auf Jacob do Bandolim, Raffaele Calace und Eigenkompositionen. Die Sound- und Videoschnipsel auf den Webseiten der beiden Musiker machen mich neugierig auf die Musik des Mandolinen-Duos. 

Caterina Lichtenberg gehört weltweit zur absoluten Spitze ihres Faches. Sie ist erste Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe und Stipendiatin der Richard-Wagner-Stipendienstiftung. Ausgedehnte Konzerte und Tourneen führten sie durch nahezu alle Länder Europas, die USA, Kanada, Chile, Argentinien, Taiwan, die Mongolei und Japan. Sie konzertierte mit vielen namenhaften Orchestern und arbeitete mit Dirigenten wie Lorin Maazel, Fabio Luisi, Riccardo Chailly, Nadja Salerno-Sonnenberg und Diego Fasolis. Zum Wintersemester 2007/08 wurde Caterina Lichtenberg zur Professorin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln berufen, auf den weltweit einzigen Lehrstuhl für das Fach Mandoline.

Der amerikanische Multi-Instrumentalist Mike Marshall ist ein Brückenbauer zwischen musikalischen Kontinenten. Ob Barock, Jazz, brasilianischer Choro oder amerikanische Folk-, Bluegrass- und Popmusik, er ist in all diesen Stilbereichen zu Hause. Das zeigen mehr als 40 Aufnahmen, die er mit vielen Künstlern einspielte. Er leitete oder spielt in und mit einer Vielzahl von Gruppen wie z.B. dem David Grisman Quintett, der Montreux Band, dem Modern Mandolin Quartett, Choro Famoso. Ende 2014 wurde seine neue Co-Produktion mit dem Turtle Island Quartett für den Grammy 2015 in der Kategorie „Classical Compendium“ nominiert.

Die Magdeburger Volksstimme hat die aus Magdeburg stammende Caterina Lichtenberg und Mike Marshall in einem umfangreichen Artikel vorgestellt: volksstimme.de/lokal/magdeburg/klassik-mit-der-mandoline-in-die-welt


Sonntag, 9. April 2017

Di Grine Kuzine

Heute brachte "Die Grine Kuzine" Weltmusik aus Berlin auf die Bühne der Freien Klänge.
Alexandra Dimitroff – Gesang, Akordeon
Steffen Zimmer alias Karel Komnatoff – Trompete & Flügelhorn
Stefan Fräntzel – Klarinette & Sopransaxophon
Sebastian Kunzke – Tuba
Marco Baresi – Schlagzeug

Schon bei den ersten, lebendigen und äußerst kräftigen Klängen war klar, daß die Grine Kuzine normalerweise viel größere Räume als die nicht viel mehr als drei Wohnzimmer große Kulturwerkstatt der Festung Mark mit ihrem Sound füllt. Mit vollem Einsatz von Schlagzeug, Tuba, Trompete und Klarinette und vor allem dem Akkordeon und der Stimme von Alexandra Dimitroff gab es lebendigen Balkansound auf die Ohren, daß die Wände der Festung wackelten.

Dabei lebt die Musik ebenso vom Können und dem Zusammenspiel der Musiker wie von den Texten der Lieder. Mitunter konterkariert die Musik auch den Text, wenn etwa "Die Sonne scheint nicht mehr" melancholisch sein müßte, hätte es nicht diesen Drive und Rhythmus. Oder es werden geografische Zusammenhänge mit ein paar Takten weggewischt, wenn Lieder aus Süditalien bei den typischen Bläserklängen die Frage "Italien? Liegt das nicht auch auf dem Balkan?" aufkommen lassen. Irgendwie ist die Musik der Bands fast immer mit osteuropäischen Traditionen verbunden. Wenn Musik aus Trakien ("Da, wo Spartakus herkommt") erklingt, sowieso. "Schlimm sind die Flüche auf dem Balkan" übersetzt Sängerin Alexandra Dimitroff einen Liedtext und stimmt ein Lied über die Eifersucht an. Und da ist er schon wieder, dieser tolle Sound mit seinem Parallelklang der Bläser.