Donnerstag, 15. Februar 2018

Vorschau März

Am Sonntag, dem 11. März, wird ein türkisch/bulgarisches Ensemble auf der Bühne der Freien Klänge stehen.

Atesh Tayfa feat. Venera Todorova

Das türkisch-bulgarische Jazzprojekt überzeugt durch seine ehrliche Folkmusik mit orientalischem Touch. Das Quartett, bestehend aus Ateshghan Yuseinov an der Gitarre, Kostadin Genechev an der Kaval-Flöte ,Nurhat Seseli am Bass und Stoyan Yankoulov an den Percussion wird an diesem Abend durch die zauberhafte Stimme der Sängerin Venera Todorova begleitet.

Sonntag, 11. Februar 2018

Holm Birkholz und Manfred Preis: "Ein Sommernachtstraum"

Heute standen zwei Musiker auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark, die normalerweise bei den Berliner Philharmonikern zu hören sind.
Holm Birkholz – Komposition, Violine, Percussion, Klangschalen, Spieluhren
Manfred Preis – Klarinette, Steirische Harmonika
Daneben nehmen sie sich aber auch Zeit für eigene Projekte. Eines davon entspringt Holm Birkholz' Liebe zur meditativen, fernöstlich inspirierten Musik (wie auf seiner aktuellen CD Arpeggio – Im Echo der Stille). Und damit paßten die beiden genau in die Magdeburger Weltmusikreihe.

Manfred Preis (links) und Holm Birkholz 
in der Magdeburger Festung Mark

Das Konzert stellte Holm Birkholz unter den Titel "Ein Sommernachtstraum" und lud die Konzertbesucher ein, einer Geschichte, einer Vision, vielleicht auch einem Märchen zu folgen und sich ganz in die Musik rund um Sonne und Sterne hinein sinken zu lassen. Diesem Ansatz entsprachen auch der Bühnenaufbau und die von Janet Kirsten gestaltete Lichtinstallation. "Die Musiker stehen sonst oft im Licht. Hier aber soll die Musik den Raum füllen und die Hauptrolle einnehmen", sagte die Berliner Bühnenbildnerin. So wurde die Bühne dann, passend zur kosmischen Musik, von einer riesigen, dunkel golden leuchtenden Sonne beherrscht. Vor den Musikern standen von Kerzen gleichfalls golden erleuchtete Schalen aus innen verspiegeltem Glas, vielleicht andere kosmische Himmelskörper darstellend. Der Rest des Raumes war in rotes Licht getaucht, das die Konturen verschwimmen ließ und auch die Musiker nur sparsam beleuchtete und ihnen als Person tatsächlich nur die (beabsichtigte) Nebenrolle zuwies.

Bühnenbild aus Sonne und Sternen in einer
Lichtinstallation von Janet Kirsten

Die einzelnen Sätze seiner Komposition beschrieb Holm Birkholz mit kurzen Texten, die er jeweils vortrug. So stand am Beginn des Sommernachtstraumes ein schöner Sommerabend: "Wir verweilen ... an einem Ort der Stille, vielleicht auf einem Berggipfel, und warten auf den Sonnenuntergang. Mit zunehmender Dämmerung werden mehr und mehr Sterne am Himmel sichtbar und langsam umfängt uns das funkelnde Licht dieser sternenklaren Neumondnacht". Leise angeschlagene Klangschalen – Abendglocken gleich – wurden von tiefen Tönen aus Manfred Preis' Baßklarinette begleitet. Töne aus einer Spieluhr werden leise hörbar, bis dann Stille einkehrt.

Stille, die Birkholz den zweiten Satz einleiten ließ:  "In sternklarer Finsternis schauen wir hoch in die unendlichen Sphären des Nachthimmels. Wir entdecken mehr und mehr Sterne und nehmen wahr, wie uns diese Gestirne etwas zuflüstern". Sich wiederholende Folge von mal pizzicati gespielten, mal gestrichenen Violintönen und silberhellen Tönen kleiner Klangschalen lassen eine sphärische Wirkung entstehen, machen das Gefunkel der Sterne hörbar.

Weiter geht es in einem Kometenschweif: "wir genießen dort die Stille des Weltraums und vergessen dort völlig, daß dieser Komet mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit den Raum durchmißt", sagt Holm Birkholz dazu. "Aber davon hören Sie nichts, alles ist still um Sie herum". Und in diese Stille hinein zaubert er leise Klänge, beinahe unhörbar leise.

Dienstag, 6. Februar 2018

Vorschau Februar

Am Sonntag, dem 11. Februar ist um 18 Uhr wieder Zeit für die Freien Klänge in der Festung Mark. Diesmal stehen zwei klassische Musiker auf der Bühne:
Holm Birkholz – Violine
Manfred Preis – Klarinette

Dass die beiden zusammen bei den Berliner Philharmonikern spielen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auch gut in die Magdeburger Weltmusikreihe passen. In anderer Besetzung war Manfred Preis bereits im März 2017 bei den Freien Klängen zu hören. Damals mit einer bunten, von Telemann inspirierten und sehr lebendigen Musikmischung, bei der Improvisationen bis zu Jazz-Klängen reichten. Holm Birkholz wiederum begeistert durch seine schwebenden, ans fernöstliche erinnernden Klänge auf seiner CD Arpeggio - im Echo der Stille. Wie das beides zusammenpasst, bin ich schon sehr gespannt zu hören.

Warnfried Altmann, Organisator der Konzertreihe, schreibt über das kommende Konzert: "ich bin stolz und glücklich, zwei Musiker der Berliner Philharmoniker engagiert zu haben, aus einem der besten Orchester der Welt. Eine Violin-CD von Holm Birkholz hat mich unendlich fasziniert - 66 min Solo-Violine - ich kam in einen Sog und konnte mich nicht satt hören. Dies alles live zu erleben wird ein großartiges Ereignis".

Holm Birkholz studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Michail Goldstein und in der Meisterklasse von Manfred Scherzer. Bereits vor seinem Staatsexamen wurde er 1976 Erster Konzertmeister der Staatskapelle Weimar und drei Jahre später im Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig (heute: MDR Sinfonieorchester Leipzig), bevor er 1982 Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde. Für Holm Birkholz sind das Komponieren und Arrangieren wesentliche Bestandteile seines künstlerischen Schaffens. Bereits in den 60er Jahren fand er dafür in Dimitri Kabalevsky seinen prägenden Lehrer.

Manfred Preis studierte Klarinette an der Musikhochschule München. Nach einem Engagement im Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin kam er 1981 zu den Berliner Philharmonikern. Er konzertiert als Solist und Kammermusiker in Japan, China, Mexiko, Brasilien und Europa. Als Dozent war er für viele internationale Festivals in Asien, Europa und Südamerika tätig. Er ist Mitglied von zahlreichen Kammermusikensembles und Dozent an der Musikhochschule in Augsburg sowie an der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.

Sonntag, 14. Januar 2018

Boi Akih

Heute spielte das Duo Boi Akih bei den Freien Klängen.
Monica Akihary – voice
Niels Brouwer – guitar

Monika Akihary beginnt leise zu singen, fast nur ein Sprechgesang, einzelne Silben, die sich über die Gitarrenakkorde von Niels Brouwer legen. Schon bald hat man sich eingehört und wenige Worte der poetischen englischen Texte genügen, um Assoziationen entstehen zu lassen. „Wenn es Abend wird und dunkle Schatten die Berge entlang aufsteigen“, heißt es da etwa, vom mystischen Klang der Bäume ist die Rede, von den funkelnden Augen eines Mädchens, und so meint der Zuhörer es auch in Monika Akiharys Gesang wiederzufinden, in ihrer zugleich sanften wie ausdrucksstarken Stimme, in der sie Melodien und Lieder ihrer indonesischen Heimat mit europäischem Jazz-Gesang vermischt. „Ich lasse mich von der Atmosphäre der Städte und den Landschaften inspirieren, in die ich gereist bin“, sagt sie später, im Gespräch nach  dem Konzert. Und so finden sich in der Musik des niederländischen Duos Einflüsse aus Indonesien und Akiharys Heimatinsel Harukku ebenso wie Musik aus Afrika, Mexiko, Brasilen oder China.